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Markendesign erklärt: Zentrale Begriffe zu Marke, Branding & Corporate Design

02. Februar 2026

|

9 Min Lesedauer

Zusammenfassung
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Anna

In vielen Projekten ist nicht das Design das Problem, sondern die Sprache darüber.


Wenn „Marke“, „Branding“ und „Corporate Design“ durcheinander geraten, entstehen falsche Erwartungen, unnötige Schleifen und ein Ergebnis, das sich „irgendwie nicht nach euch“ anfühlt.


Dieser Artikel sortiert die Begriffe so, dass du sie im Alltag nutzen kannst – für klarere Briefings, bessere Entscheidungen und Touchpoints, die zusammenpassen.

Marke

Branding

Corporate Design

Identitaet

Positionierung

Brand Strategy

Tone of Voice

Designsystem

Touchpoints

Guidelines

Warum Begriffe Projekte retten

Wir erleben das oft im Erstgespräch: Du sagst „Wir brauchen ein neues Branding“, jemand anders im Team meint „Wir brauchen ein neues Logo“, und der dritte hofft eigentlich auf „mehr Anfragen über die Website“. Alle drei Wünsche können zusammenhängen – müssen es aber nicht. Wenn Begriffe unscharf bleiben, wird ein Projekt schnell zu einem Ratespiel.


Das Problem ist nicht akademisch, sondern praktisch. Unklare Begriffe erzeugen falsche Erwartungen an Budget, Zeit und Ergebnis. Wenn „Corporate Design“ als „Marke“ verstanden wird, wird an Farben und Schriften gefeilt, während die eigentliche Frage unbeantwortet bleibt: Wofür wollt ihr stehen, und warum soll jemand euch vertrauen?

Unsere Geheimzutat: Der Begriffs-Check als Frühwarnsystem

Bevor wir überhaupt über Layouts sprechen, machen wir bei Pola einen kurzen Begriffs-Check. Der ist keine Theorieübung, sondern eine Risikoabsicherung. Wir fragen: Wenn du „Branding“ sagst – meinst du Wahrnehmung (Marke), das System (Corporate Design) oder den Prozess (Branding)?


In der Praxis zeigt sich dabei fast immer ein Spannungsfeld: Es gibt ein starkes Angebot oder einen klaren Impact, aber die Außendarstellung sendet andere Signale. Zum Beispiel: Eine Organisation arbeitet hochprofessionell, wirkt digital aber improvisiert. Oder sie ist sehr nahbar, klingt online jedoch hart und technisch. Dann liegt das Problem nicht an „schlechtem Design“, sondern an fehlender Übersetzung zwischen Identität, Sprache und Touchpoints.

Frischer Blickwinkel 1: Begriffe sind auch Zuständigkeiten

Begriffe klären heißt auch: Verantwortung klären. Wer entscheidet über Tonalität? Wer über UI-Komponenten? Wer über das Nutzenversprechen? Sobald das klar ist, sinkt Reibung. Und das Ergebnis fühlt sich nicht nur schöner an, sondern stimmiger – weil es aus einem gemeinsamen Verständnis entsteht.


Wenn du nach dem Lesen nur eine Sache mitnimmst, dann diese: Nicht jedes Markenproblem ist ein Designproblem – aber jedes Designproblem wird zum Markenproblem, wenn Begriffe fehlen.

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Was eine Marke wirklich ist

Wenn wir „Marke“ sagen, meinen wir nicht das Logo. Wir meinen auch nicht die Website. Eine Marke ist die Erwartung, die du in Menschen auslöst – und die Erfahrung, ob du sie einlöst.


Du kannst das sofort testen: Stell dir vor, du empfiehlst eine Organisation weiter. Was sagst du als Erstes? „Die haben ein schönes Grün“ vermutlich nicht. Du sagst eher: „Die sind super zuverlässig“, „Die denken konsequent nachhaltig“, „Bei denen fühle ich mich ernst genommen“. Genau dort sitzt die Marke: in Wahrnehmung, Vertrauen und Kontext.


In unseren Projekten mit Impact-Organisationen ist dieser Punkt besonders sichtbar. Viele Teams arbeiten an hochrelevanten Themen, aber online spürt man die Haltung nicht. Dann entsteht eine Lücke zwischen dem, was ihr tut, und dem, was bei anderen ankommt. Und diese Lücke kostet: Aufmerksamkeit, Bewerbungen, Spenden, Partner.

Frischer Blickwinkel 2: Marke ist ein Versprechen mit Beweisen

Wir beschreiben Marke intern gern als „Versprechen plus Beweise“. Das Versprechen ist dein Nutzen, deine Haltung, deine Art von Zusammenarbeit. Die Beweise sind die vielen kleinen Momente: Wie schnell lädt die Seite? Wie barrierefrei ist der Inhalt? Wie klar ist der nächste Schritt?


Gerade im Digitalen sind diese Beweise oft überraschend konkret. Wenn dein Kontaktformular kaputt ist, ist das nicht nur ein Tech-Problem. Es ist ein Vertrauensmoment, der kippt. Wenn Texte unverständlich sind, wirkt die Organisation unnahbar – auch wenn im echten Leben alle warm und offen sind.

Unsere Methode: Das Erwartungs-Set in einem Satz

Wir lassen Teams eine einfache, aber ehrliche Aufgabe machen: „Nach dem Besuch unserer Website sollen Menschen denken/fühlen/tun: ___“. Ein Satz. Nicht zehn.


Wenn dieser Satz steht, wird plötzlich vieles leichter. Dann können wir entscheiden, ob eine Illustration hilft oder ablenkt. Ob eine Headline Mut braucht oder Ruhe. Ob eine reduzierte Seite besser ist als eine überladene. Und du merkst: Marke ist nicht Dekoration. Marke ist Orientierung.

Branding ist der Weg dorthin

Wenn die Marke das ist, was Menschen wahrnehmen, dann ist Branding das, was du aktiv tust, damit diese Wahrnehmung entstehen kann. Branding ist Prozess, Pflege und Entscheidung – nicht ein einmaliger „Look“.


Das klingt erstmal groß. In der Realität ist Branding aber oft eine Reihe kleiner, gut getroffener Entscheidungen. Welche Themen setzt du nach vorn? Welche Wörter nutzt du konsequent? Welche Bilder passen zu eurer Haltung – und welche fühlen sich an wie Stockfoto-Fassade?

Frischer Blickwinkel 3: Branding ist Signal-Management, nicht Selbstdarstellung

Wir sehen häufig den Reflex, Branding als „Wir erzählen, wie toll wir sind“ zu verstehen. Wir drehen das um: Branding heißt, Signale so zu gestalten, dass andere euch schnell richtig einordnen können.


Ein Beispiel aus unserer Praxis: Ein Team bietet eine komplexe Beratungsleistung an. Sie sind fachlich stark, aber ihre Startseite beginnt mit einem abstrakten Manifest. Intern fühlt sich das gut an – extern bleibt unklar, was konkret passiert. Im Branding-Prozess verschieben wir dann nicht nur Text, sondern die Logik: erst Orientierung, dann Haltung. Das ist kein „Copywriting-Trick“, sondern ein Vertrauensaufbau.

Unsere Methode: Der Drei-Signale-Filter

Wenn wir an Branding arbeiten, nutzen wir einen Filter, der im Alltag erstaunlich gut funktioniert. Wir prüfen jede zentrale Seite, jedes Key Visual, jede Headline gegen drei Fragen:


1) Erkennt man in 5 Sekunden, für wen das ist?


2) Spürt man in 15 Sekunden, wofür ihr steht?


3) Kann man in 30 Sekunden den nächsten Schritt gehen?


Das ist keine strenge Regel, eher ein Kompass. Aber er verhindert, dass Branding in „schön, aber leer“ kippt.


Und weil Branding ein Prozess ist, gehört dazu auch: Dinge zu pflegen. Wenn dein Team wächst, wenn Angebote sich ändern, wenn neue Kanäle dazukommen. Dann braucht Branding keine erneute „große Runde“, sondern ein System, das Entscheidungen erleichtert. Genau dort treffen Branding und Designsystem später zusammen – und plötzlich fühlt sich Konsistenz nicht nach Kontrolle an, sondern nach Entlastung.

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Corporate Design macht sichtbar, was die Marke verspricht

Corporate Design als visuelles System

Corporate Design (CD) ist das visuelle Regelsystem einer Organisation: Farben, Typografie, Bildstil, Layoutprinzipien, Iconset, manchmal auch Motion und Illustration. Es sorgt dafür, dass du wiedererkannt wirst – und dass sich Inhalte anfühlen, als kämen sie aus einer Hand.


Wichtig ist die Abgrenzung: Corporate Design ist nicht die Marke. Es ist ein Ausdrucksmittel. Du kannst ein sehr gutes CD haben und trotzdem keine klare Positionierung. Du kannst aber auch eine starke Marke haben, die visuell unklar wirkt – dann wird es unnötig schwer, sie zu erkennen.


In der Praxis sehen wir zwei typische Schieflagen.


Die erste: CD wird als „Geschmack“ behandelt. Dann wird jede Social-Grafik neu erfunden, jede Landingpage diskutiert, jede Präsentation sieht anders aus. Das kostet Zeit, und es macht Teams müde.


Die zweite: CD wird als „Korsett“ verstanden. Dann traut sich niemand mehr, Inhalte lebendig zu gestalten, weil alles streng nach Regelbuch laufen muss. Auch das ist schade, gerade bei Impact-Marken, die oft von Menschen und Geschichten leben.

Unsere Sicht: CD ist ein System, das Entscheidungen leichter macht

Wenn wir Corporate Design entwickeln oder überarbeiten, denken wir es wie eine Übersetzung: von Identität und Positionierung in sichtbare Regeln. Gute Regeln sind nicht „eng“, sondern hilfreich. Sie beantworten Fragen wie: Wie wirkt „zuversichtlich“ in unserer Typografie? Wie bleibt „zugänglich“ auch auf dem Handy zugänglich?


Und weil wir digital arbeiten, endet CD bei uns nicht beim PDF-Brandbook. Wir denken CD in Komponenten. Eine Button-Familie, ein Headline-System, definierte Abstände. Wenn du später eine neue Seite baust, musst du nicht raten.


Falls du tiefer in das Zusammenspiel aus Design und Umsetzung willst: In unserem Bereich Essence Branding und Re-Branding beschreiben wir, wie wir von Strategie zu Systemen kommen – ohne dass es sich nach „Marketing-Schablone“ anfühlt.

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Brand Identity von innen heraus

Brand Identity klingt nach Agentur-Sprache, meint aber etwas sehr Menschliches: Wie beschreibt ihr euch selbst, wenn ihr ehrlich seid? Die Identität ist die Innenperspektive der Marke – Werte, Haltung, Persönlichkeit, Ton, Grenzen.


Wir merken in Projekten schnell, ob eine Identity wirklich geklärt ist. Dann wirken Entscheidungen leicht. Wenn sie unklar ist, wird jede Designfrage zur Grundsatzfrage. „Darf das verspielt sein?“ „Wirken wir dann unseriös?“ „Ist das zu politisch?“


Die Identity beantwortet solche Fragen nicht als Verbot, sondern als Orientierung. Und sie hilft besonders Teams, die wachsen oder sich neu aufstellen. Denn Identität ist nicht nur „wer wir sind“, sondern auch „wer wir nicht sein wollen“.

Unsere Methode: Die drei Identitätsachsen

Statt endloser Adjektiv-Listen arbeiten wir gern mit drei Achsen. Wir definieren jeweils ein Spannungsfeld und setzen bewusst einen Punkt:


1) Warm – Präzise (Wie klingt unsere Sprache?)


2) Aktivistisch – Vermittlend (Wie zeigen wir Haltung?)


3) Minimal – Ausdrucksstark (Wie sichtbar darf Gestaltung sein?)


Die Achsen sind bewusst nicht moralisch, sondern praktisch. Eine Marke kann aktivistisch sein und trotzdem präzise. Sie kann minimal sein und trotzdem warm. Die Kunst ist, nicht überall „Mitte“ zu wählen, nur um niemanden zu irritieren. Wenn du immer nur Mitte wählst, wirst du oft unsichtbar.

Identity ist die Brücke zu Purpose

Als Agentur arbeiten wir gern mit Purpose Brands, weil dort die Frage „Warum gibt es euch?“ nicht nur Marketing ist. Aber auch hier gilt: Purpose wirkt erst, wenn er in Entscheidungen übersetzt wird. Zum Beispiel in Barrierefreiheit, in transparenter Sprache, in fairen Bildern.


Wenn du merkst, dass ihr „eigentlich“ klar seid, aber nach außen nicht: Dann liegt der Hebel oft nicht bei mehr Content, sondern bei einer klareren Identity, die Content und Design überhaupt erst steuert.

Positionierung im echten Kontext

Positionierung wird oft wie ein Slogan behandelt. Für uns ist sie eher eine Entscheidung: Wem willst du helfen, womit genau – und warum ausgerechnet so?


Positionierung entsteht nicht im luftleeren Raum, sondern im Vergleich. Selbst wenn du „keine Konkurrenz“ hast, konkurrierst du um Aufmerksamkeit, Zeit, Budget, Vertrauen. Und im Digitalen ist der Vergleich brutal ehrlich: Ein Tab weiter ist immer jemand, der es einfacher erklärt.


In Projekten sehen wir häufig, dass Teams alles gleichzeitig sagen wollen. Verständlich. Besonders bei Impact-Organisationen ist das Spektrum groß: Bildung, Community, Politik, Produkt, Forschung. Aber wenn online alles gleich wichtig wirkt, fühlt sich nichts wichtig an.

Unsere Methode: Die „Nein“-Positionierung

Wir arbeiten gern mit einer Positionierung, die sich nicht über „mehr“ definiert, sondern über „weniger, dafür klar“. Ein Teil davon ist eine Formulierung, die sich viele zunächst nicht trauen: Wozu sagen wir Nein?


Zum Beispiel: „Wir sind nicht für alle Unternehmen da, sondern für Teams, die Verantwortung übernehmen und transparent arbeiten.“ Oder: „Wir sind kein News-Portal, sondern ein Lernraum mit klaren Schritten.“


Dieses Nein schafft Platz für ein Ja, das man spürt.

Positionierung braucht Beweise in der Gestaltung

Positionierung ist auch ein Designauftrag. Wenn du „zugänglich“ positionierst, muss das in Lesbarkeit, Sprache, Kontrast, Struktur sichtbar werden. Wenn du „hochprofessionell“ positionierst, muss das in Präzision, Performance und Fehlerfreiheit spürbar werden.


Deshalb denken wir Positionierung bei Pola nie nur als Text, sondern als Grundlage für UX und Entwicklung. In unserem Plan Momentum Webdesign und Entwicklung beschreiben wir, wie wir aus Klarheit konkrete Seiten, Flows und Komponenten machen.


Am Ende ist Positionierung nicht das, was du behauptest. Es ist das, was andere nach dem ersten Kontakt sicher über dich sagen können.

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Tone of Voice als Markensignal

Tone of Voice ist nicht „ein bisschen netter schreiben“. Es ist die Art, wie du denkst – hörbar gemacht. Deine Wortwahl, dein Rhythmus, deine Direktheit, dein Mut zur Klarheit. Und ja: auch deine Grenzen.


Wir merken oft, dass Teams ihre Tonalität unterschätzen. Sie investieren Zeit in Design, aber Texte werden „später schnell“ ergänzt. Dann passiert etwas Typisches: Das Visuelle ist ruhig und hochwertig, aber der Text klingt wie ein Behördenbrief. Oder umgekehrt: Der Text ist warm und menschlich, aber das Design wirkt kühl und austauschbar. Beides zusammen erzeugt Reibung.

Unsere Praxis: Tonalität ist ein Team-Thema, kein Copy-Thema

Tonalität entsteht nicht nur im Marketing, sondern überall: in Fehlermeldungen, im Onboarding, in E-Mails, in Buttons. Darum denken wir Tone of Voice als gemeinsames System zwischen Content, Design und Entwicklung.


Wenn wir digitale Produkte bauen, achten wir besonders auf Microcopy – die kleinen Sätze, die durch einen Prozess führen. „Jetzt abschicken“ klingt nach Formular. „Anfrage senden“ klingt nach Beziehung. „Kostenlos starten“ kann Druck machen oder entlasten, je nach Kontext.


Ein hilfreicher Startpunkt ist eine kleine, stabile Sammlung: ein paar Satzmuster, ein paar verbotene Wörter, ein paar Beispiele für schwierige Situationen (Absage, Fehler, Wartezeit). Das ist keine große Textbibel, sondern eine Art „Stimmgabel“.


Und weil Tools im Alltag helfen: Wir arbeiten oft in Figma mit Textbausteinen direkt an Komponenten, damit Tonalität dort entsteht, wo sie gebraucht wird – im Interface.


Wenn du dich fragst, ob ihr überhaupt eine definierte Stimme habt: Hör dir eure letzten fünf Newsletter, fünf LinkedIn-Posts und fünf Website-Absätze an. Fühlt es sich an wie dieselbe Person? Wenn nicht, ist das kein „Fehler“ – es ist ein Signal, dass eure Marke gerade eine klarere Stimme verdient.

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Designsystem und Brandguide im Alltag

Ein Brandguide ist oft das, was Teams sich wünschen: ein Ort, an dem „alles steht“. Ein Designsystem ist oft das, was Teams wirklich brauchen: ein Set an Bausteinen, mit dem sie Dinge konsistent bauen können.


Beides hat seinen Platz. Der Unterschied liegt in der Nutzung.


Der Brandguide beschreibt Regeln und Prinzipien: Wie ist das Logo zu nutzen, welche Farben wofür, welcher Bildstil, welche Tonalität. Er ist Orientierung.


Das Designsystem macht diese Regeln operativ: Komponenten, Zustände, Abstände, Typografie-Skalen, Grid-Logik. Es ist Umsetzung.

Unser Ansatz: Governance statt PDF-Schlaf

Wir haben gelernt: Das beste System ist wertlos, wenn niemand weiß, wer es pflegt. Darum denken wir „Governance“ von Anfang an mit. Nicht als Bürokratie, sondern als minimaler Rahmen: Wer darf Komponenten ändern? Wo landen neue Varianten? Wie wird entschieden, wenn zwei Teams unterschiedliche Bedürfnisse haben?


Gerade im Digitalen ist das entscheidend, weil Marken nicht „fertig“ sind. Seiten wachsen, Kampagnen kommen dazu, Produkte entwickeln sich. Ein lebendiges System verhindert, dass du jedes Mal bei null startest.


Technisch kann das sehr pragmatisch sein. Viele Teams dokumentieren Komponenten in Figma und verknüpfen sie mit einem Code-Repository, zum Beispiel über ein UI-Kit oder eine Pattern-Library. Wenn du mit modernen Setups arbeitest, kann das sogar direkt in einem Projekt wie Astro oder Vue landen.


Und ja: Das hat auch mit Nachhaltigkeit zu tun – nicht als Schlagwort, sondern als Ressourcenschonung. Weniger doppelte Arbeit, weniger unnötige Varianten, weniger „wir bauen es noch mal schnell neu“.


Wenn du gerade überlegst, ob du „nur ein Brandbook“ brauchst: Frag dich, wie oft ihr Dinge tatsächlich umsetzt. Wenn ihr regelmäßig neue Seiten, Social Assets oder Produkt-Screens baut, ist ein kleines Designsystem oft die Investition, die sich am schnellsten bezahlt macht – weil es Ruhe in Entscheidungen bringt.

Marke entsteht dort, wo Menschen dich wirklich erleben

Touchpoints und UX wirken sofort

Touchpoints sind alle Kontaktpunkte zwischen dir und anderen: Website, Social Posts, E-Mails, Gespräche, Produkt, Support. Im Digitalen sind Touchpoints oft die ersten – und manchmal die einzigen. Deshalb ist UX kein „Extra“, sondern Markenarbeit.


Wir sehen regelmäßig, wie sich Markenwahrnehmung in Details entscheidet. Eine Seite, die schnell lädt, wirkt kompetent und respektvoll. Eine Navigation, die dich nicht verlieren lässt, wirkt empathisch. Ein barrierearmes Interface signalisiert: „Du bist mitgedacht.“


Das sind keine weichen Faktoren. Das sind Erlebnisse.

Unsere Perspektive: Vertrauen entsteht im Alltag, nicht im Claim

Viele Marken investieren in große Botschaften. Gleichzeitig stolpern Nutzer über Kleinigkeiten: Formulare ohne Rückmeldung, Kontraste, die auf dem Handy brechen, PDFs, die nicht lesbar sind.


Gerade für Purpose Brands ist das heikel, weil die Fallhöhe größer ist. Wenn du Verantwortung kommunizierst, aber dein digitaler Auftritt Menschen ausschließt, entsteht ein Widerspruch.


Wir verlinken hier bewusst zu unserem Artikel „Warum jetzt der richtige Moment für Accessibility ist“, weil das Thema seit 2025/2026 in immer mehr Organisationen ganz konkret auf der Roadmap steht: Warum jetzt der richtige Moment für Accessibility ist.

Touchpoints brauchen Prioritäten

Du musst nicht alles gleichzeitig perfekt machen. Aber du brauchst eine Reihenfolge. Wir starten häufig mit den Touchpoints, die am meisten Vertrauen tragen: Startseite, Angebot, Kontakt, erste E-Mail nach Anfrage.


Wenn diese vier Dinge zusammenpassen, fühlt sich eine Marke plötzlich „wie aus einem Guss“ an – nicht weil alles gleich aussieht, sondern weil die Erfahrung konsistent ist.


Und genau hier schließen sich die Begriffe: Marke ist die Erwartung. Branding ist das bewusste Gestalten der Signale. Corporate Design ist die visuelle Sprache. UX ist der Beweis im Alltag.

Begriffe im Projekt praktisch nutzen

Begriffe sind nur dann hilfreich, wenn du sie im Projektalltag einsetzen kannst. Darum zum Schluss ein pragmatischer Blick: Wie nutzt du diese Unterscheidungen, ohne ein Markenlexikon zu führen?

Unsere Methode: Der Artefakt-Kompass

Wenn es im Projekt unklar wird, fragen wir: „Welches Artefakt brauchen wir gerade?“ Das ist unser Kompass, weil er Diskussionen vom Bauchgefühl zurück in die Arbeit holt.


Wenn das Problem „Wir wirken beliebig“ ist, fehlt meist ein Positionierungs-Satz und ein Erwartungs-Set (Marke).


Wenn das Problem „Alles sieht anders aus“ ist, fehlt ein Corporate Design mit klaren Regeln oder ein kleines Designsystem.


Wenn das Problem „Wir klingen nicht wie wir“ ist, fehlt ein Tone of Voice mit Beispielen.


Und wenn das Problem „Wir diskutieren jede Kleinigkeit“ ist, fehlt oft keine Kreativität, sondern Entscheidungslogik: Wer entscheidet was – und nach welchen Kriterien?

Briefing-Check in vier Fragen

Wenn du ein Projekt intern oder mit einer Agentur startest, hilft ein kurzer Check. Ohne Bulletpoint-Flut, wirklich nur vier Fragen:


1) Was soll nach dem ersten Kontakt sicher hängen bleiben?


2) Was ist das eine Angebot, das online glasklar sein muss?


3) Welche drei Touchpoints müssen zuerst stimmig werden?


4) Was soll danach leichter werden (für euch, nicht nur für Nutzer)?


Diese vier Fragen verhindern, dass du „Branding“ bestellst und am Ende nur ein neues Farbschema bekommst.


Und noch etwas, das wir als Erfahrung teilen können: Ein gutes Markendesign-Projekt ist selten das, bei dem alles neu ist. Es ist eher das, bei dem das Richtige sichtbar wird – und das Unnötige verschwindet.


Wenn du das Gefühl hast, ihr seid fachlich längst weiter als euer Auftritt: Dann ist das kein Grund für Druck. Es ist ein guter Startpunkt. Denn eine Marke muss nicht laut sein, um klar zu sein.

Touchpoints stimmig machen

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FAQ zu den wichtigsten Unterschieden

Häufige Fragen zu Marke, Branding und Corporate Design

Brauchen wir zuerst Marke, Branding oder Corporate Design?

Ist ein Logo nicht doch der wichtigste Teil der Marke?

Wann lohnt sich ein Re-Branding statt kleiner Anpassungen?

Was ist der Unterschied zwischen Brandguide und Designsystem?

Wie vermeiden wir, dass Branding nach „Werbung“ klingt?

Wie halten wir Konsistenz, ohne kreativ zu erstarren?

Wie lange dauert es, bis man eine Markenveränderung merkt?

Ein SVG-Icon, das einen stilisierten Pfeil darstellt, der nach rechts zeigt. Es besteht aus zwei Linien: eine geschwungene Linie von unten links nach oben rechts und eine gerade Linie, die vom unteren Punkt der Kurve nach rechts führt. Der Pfeil hat abgerundete Kanten und ist in einem dunklen Blau gezeichnet.
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