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Accessibility

Warum jetzt der richtige Moment für Accessibility ist

21. Januar 2026

|

12 Min Lesedauer

Zusammenfassung
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Anna

Digitale Barrierefreiheit ist keine Randnotiz mehr: Seit 2025 ist sie für viele Angebote verpflichtend geworden – und sie wirkt sofort auf UX, SEO und Conversion.


Wir führen dich durch die wichtigsten Standards (WCAG), den rechtlichen Rahmen (BFSG) und zeigen, wie du mit einem pragmatischen Prozess echte Inklusion erreichst.


Ohne Overlays-Illusionen, dafür mit klaren Schritten, Tests und einem Quick-Check für den Start.

WCAG 2.1

BFSG 2025

Inclusive Design

UX

SEO

Alt Text

Kontrast

Tastatur

Screenreader

Testing

Der Moment, der alles ändert

Wir erleben in Projekten oft denselben Moment: Eine Website sieht gut aus, lädt schnell, hat klare Botschaften – und trotzdem kommt jemand nicht rein.


Das kann ganz banal beginnen. Du willst ein Formular ausfüllen, aber der Fokus springt unsichtbar irgendwohin. Du willst ein Menü öffnen, aber es reagiert nur auf Hover. Oder du willst ein Video verstehen, aber ohne Untertitel bleibt es stumm.


Für viele ist das ein kleines Ärgernis. Für andere ist es ein Ausschluss.


Und genau da wird Accessibility zur Frage von digitaler Inklusion: Zugang zu Information, zu Angeboten, zu Bildung, zu Hilfe. Nicht als freundliche Zusatzfunktion, sondern als Grundbedingung.


Warum ist das gerade jetzt so dringlich? Weil die Lücke im Web riesig ist – und sichtbar wird. Audits zeigen, dass die große Mehrheit der Websites grundlegende Accessibility-Anforderungen verfehlt. In einer Auswertung wird von über 95 Prozent gesprochen. testparty.ai


Wenn du das liest und denkst „Dann sind wir ja nicht allein“, stimmt das. Aber genau das ist der Punkt: Wenn fast alle scheitern, wird barrierefreie Qualität zum echten Unterscheidungsmerkmal.


Unser wichtigster Perspektivwechsel dabei: Barrierefreiheit ist nicht nur ein Technik-Thema. Sie ist ein Qualitätsversprechen. Und sie ist eng verwandt mit dem, wofür wir bei Pola stehen: „Zugang für alle“ – als sozialer Teil von nachhaltiger Digitalarbeit.


In unseren Projekten hilft uns dafür eine kleine Heuristik, die schnell Klarheit schafft: „Kannst du es ohne Augen, ohne Maus, ohne Ton?“ Wenn die Antwort an mehreren Stellen „nein“ ist, ist das kein Makel an dir – aber ein Signal, dass echte Nutzer:innen gerade gegen Wände laufen.


Und dann ist die Frage nicht mehr, ob du dich darum kümmern solltest. Sondern wie.

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Für wen du eigentlich designst

Wenn wir mit Teams über Accessibility sprechen, fällt oft ein Satz, der ehrlich gemeint ist: „Wir haben doch kaum Nutzer:innen mit Behinderung.“


Das Problem: Du siehst sie selten – gerade weil Barrieren sie früh zum Gehen bringen.


In der EU leben knapp 89 Millionen Menschen mit Behinderungen. European Commission In Deutschland werden rund 7,8 Millionen schwerbehinderte Menschen genannt. digitalagenten.com Das sind keine Nischenzahlen, das sind Lebensrealitäten.


Und es geht nicht nur um „Behinderung“ als feste Kategorie. Es geht um Situationen: blendende Sonne auf dem Handy, ein Arm in der Schlinge, ein Baby auf dem Arm, Stress, Müdigkeit. Barrieren entstehen auch, wenn Sprache zu komplex ist oder Interfaces überladen sind.


Dazu kommt: Es gibt eine digitale Kluft, die wir nicht ignorieren sollten. Menschen mit Schwerbehinderung nutzen das Internet seltener als Menschen ohne Behinderung – 78 Prozent gegenüber 93 Prozent in der EU (2024). thueringen.de Ein Teil dieser Kluft ist Infrastruktur, ein Teil ist Bildung – und ein Teil sind Barrieren in digitalen Angeboten.


Unser erster „Unique Angle“ ist deshalb ganz bewusst menschlich: Digitale Inklusion ist nicht nur Compliance. Sie ist Teilhabe.


Wir fragen in Workshops oft: „Welche Aufgabe muss jemand hier erledigen, wenn er gerade keine Ressourcen hat?“ Eine Person, die einen Antrag stellen will. Jemand, der im Shop dringend ein Ersatzteil braucht. Jemand, der einen Therapieplatz sucht. In solchen Momenten ist deine Website nicht Marketing – sie ist Infrastruktur.


Wenn sie dann nicht bedienbar ist, wirkt das nicht neutral. Es wirkt ausgrenzend.


Und genau deshalb ist Accessibility für uns auch Markenarbeit: Nicht im Sinne von „wir schmücken uns damit“, sondern im Sinne von vertrauenswürdiger, fairer digitaler Beziehungen. Wer es dir leicht macht, zeigt Respekt. Wer es dir unmöglich macht, sendet – oft ungewollt – das Gegenteil.

Was 2025 rechtlich wirklich bedeutet

Mit 2025 hat das Thema in Europa eine neue Schärfe bekommen. Der European Accessibility Act wird in Deutschland über das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) wirksam – relevant vor allem für viele digitale Produkte und Services im privaten Sektor.


Wir schreiben bewusst „viele“, weil die Details von Angebot, Größe, Branche und konkretem Produkt abhängen. Was sich aber ändert: Barrierefreiheit wird nicht mehr nur „nice“, sondern für zahlreiche Fälle erwartete Mindestqualität.


In der Praxis sehen wir zwei Risiken, wenn Teams das Thema zu lange schieben.


Erstens: Du kommst in Zeitdruck. Und Zeitdruck ist der schlechteste Zustand, um Accessibility gut umzusetzen. Dann greifen Menschen zu vermeintlichen Abkürzungen – und landen bei Overlays oder kosmetischen Fixes.


Zweitens: Du unterschätzt die Folgen. Das BFSG sieht für Verstöße Bußgelder vor, in der Berichterstattung werden Summen bis 100.000 Euro genannt. musnuss.de Aber selbst wenn rechtliche Schritte nicht dein erster Schmerzpunkt sind: Reputationsschäden und verlorenes Vertrauen sind oft teurer als jede Strafe.


Wir nutzen in der Beratung gern eine zweite Heuristik, die sich bewährt hat: „Recht ist der Startschuss, nicht das Ziel.“


Das klingt kontraintuitiv, weil viele Artikel im Web genau andersherum beginnen: „Du musst.“ Wir sehen es so: Wenn du nur auf Pflicht optimierst, bekommst du meistens gerade so AA-konforme Screens – aber keine wirklich gute, robuste Erfahrung.


Unsere zweite „Unique Angle“ ist daher: Accessibility als Bestandteil von nachhaltiger Digitalqualität. Wie bei Performance oder Sicherheit gilt: Du erreichst sie nicht mit einem einmaligen Projektabschluss, sondern mit einem Prozess.


Wenn du gerade planst, deine Website zu relaunchen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Und wenn du eine bestehende Seite hast, ist es trotzdem nicht zu spät: Mit einem strukturierten Audit findest du schnell die größten Barrieren – und priorisierst nach Wirkung.


Wichtig ist nur: nicht warten, bis 2025 dich einholt.

Accessibility Check starten

Du willst Klarheit, wo deine größten Barrieren liegen?

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Accessibility ist UX-Qualität und Produktreife, nicht Zusatzfeature

WCAG als klare Orientierung nutzen

Die WCAG wirken am Anfang wie ein Regelwerk aus einer anderen Welt. Viele Teams kennen das Gefühl: Du liest „wahrnehmbar, bedienbar, verständlich, robust“ – und fragst dich, was das konkret für deine Startseite bedeutet.


Wir nutzen die WCAG deshalb nicht als Prüfkatalog zum Abhaken, sondern als gemeinsame Sprache im Team. Sobald Design, Development und Content dieselben Prinzipien teilen, wird Accessibility auf einmal planbar.


Die vier Prinzipien lassen sich so übersetzen:


Wahrnehmbar: Inhalte müssen ankommen – auch ohne perfekte Sicht oder ohne Ton. Ein Bild ohne Alternativtext ist für Screenreader schlicht unsichtbar. Ein hellgrauer Text auf weißem Grund verschwindet für viele Menschen.


Bedienbar: Alles muss mit Tastatur funktionieren. Keine Maus, kein Touch – nur Tab, Enter, Pfeiltasten. Das klingt streng, aber es ist der schnellste Realitätscheck, den wir kennen.


Verständlich: Sprache, Struktur und Interaktion müssen vorhersehbar sein. Gerade hier passiert viel stilles Scheitern: zu komplexe Formulare, unklare Fehlermeldungen, „Hier klicken“-Links.


Robust: Sauberer Code, semantische Struktur, keine Bastellösungen. Damit Assistive Technologien die Seite zuverlässig interpretieren können – heute und in zwei Jahren.


Wenn du ein Team hast, das nicht täglich im WCAG-Universum lebt, hilft eine einfache Arbeitsregel, die wir immer wieder einsetzen: „Erst Prinzip, dann Pixel.“


Das ist unsere dritte „Unique Angle“ – und gleichzeitig eine Methode: Wir definieren zuerst, was ein Element bedeutet (Navigation, Button, Hinweis, Fehlermeldung), und gestalten dann die Optik. So entsteht semantische Klarheit im Code und visuelle Klarheit im Interface.


WCAG-Level (A, AA, AAA) sind dabei wie Sicherheitsgurte in verschiedenen Stufen. In vielen gesetzlichen Kontexten ist WCAG 2.1 Level AA der relevante Zielzustand. digitalagenten.com


Unser Tipp aus der Praxis: Starte nicht mit allen Kriterien gleichzeitig. Starte mit den Nutzungswegen, die Geld, Vertrauen oder Teilhabe bedeuten – Kontakt, Kauf, Termin, Antrag. Wenn die barrierefrei funktionieren, ist der wichtigste Schritt schon gemacht.

Warum sich Inklusion wirtschaftlich auszahlt

Es gibt einen Satz, den wir im Projektalltag häufiger hören, als uns lieb ist: „Barrierefreiheit ist wichtig – aber wir müssen auch aufs Budget achten.“


Das ist nachvollziehbar. Und trotzdem ist es oft ein Denkfehler, weil er Barrierefreiheit als Kostenstelle behandelt.


Die Zahlen erzählen eine andere Geschichte. Eine Studie berichtet, dass 71 Prozent der Kund:innen mit Accessibility-Bedarf eine Website verlassen, wenn sie schwer zu nutzen ist. wonderful.io Das heißt: Du bekommst nicht unbedingt Beschwerden. Du bekommst Stille. Und verlorene Conversions.


Gleichzeitig ist das Marktpotenzial groß: Für den globalen „Disability Market“ werden rund 13 Billionen US-Dollar Kaufkraft genannt. testparty.ai Das ist kein „Extra-Publikum“, das ist Teil des Marktes.


Was uns besonders überzeugt: Accessibility zahlt sich häufig nicht nur über neue Zielgruppen aus, sondern über weniger Reibung für alle. Ein dokumentiertes Beispiel: Nach einem barrierefreien Redesign stieg die Conversion um 31 Prozent, inklusive messbarem ROI. accessibility-test.org


Wenn du das übersetzt, ist es am Ende simpel: Barrierefreiheit reduziert Missverständnisse, Sackgassen und Abbrüche.


Wir denken in solchen Fällen gern in „Reibungskosten“. Jede Stelle, an der Menschen scheitern, erzeugt Folgekosten: Support-Anfragen, Rückfragen, manuelle Prozesse, schlechte Bewertungen, verlorene Leads.


Und hier kommt unser Blick als nachhaltige Digitalagentur ins Spiel: Gute Accessibility ist oft auch ressourcenschonend. Klare Strukturen, weniger unnötige Effekte, sinnvoll eingesetzte Medien – das macht Seiten nicht nur zugänglicher, sondern oft auch schneller und leichter. Das ist eine leise, aber echte Synergie zwischen sozialer und technischer Qualität.


Wenn du also über ROI nachdenkst, stell dir nicht nur die Frage „Was kostet es?“. Stell dir auch die Frage: Was kostet es dich jeden Monat, wenn Menschen abbrechen – und du es nicht einmal bemerkst?

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Mythen, die dich ausbremsen

Wenn Accessibility in Teams stecken bleibt, liegt das selten am fehlenden Willen. Meist sind es Mythen, die sich plausibel anfühlen – und dich trotzdem in die falsche Richtung lenken.


Der häufigste Mythos: „Das betrifft nur wenige.“ Tatsächlich lebt weltweit rund 15 Prozent der Bevölkerung mit einer Behinderung. a11ymyths.com Und selbst wenn du diese Zahl ignorieren würdest: Die „temporären Barrieren“ erwischen uns alle. Genau deshalb ist Accessibility keine Sonderdisziplin, sondern Teil guter UX.


Der zweite Mythos: „Barrierefreiheit macht Design hässlich.“ Wir sehen eher das Gegenteil. Wenn du gezwungen bist, Struktur, Kontrast und Hierarchie sauber zu lösen, wird ein Interface oft ruhiger, klarer, erwachsener. Nicht weil es langweilig wird, sondern weil es weniger rät.


Der dritte Mythos ist der gefährlichste: „Wir installieren einfach ein Accessibility-Overlay.“ Overlays können einzelnen Nutzer:innen kurzfristig helfen, etwa beim Umstellen von Schriftgrößen. Aber sie lösen nicht die Ursachen. Und sie können neue Probleme schaffen, weil sie über den Inhalt „drüber“ arbeiten.


Hier hilft ein harter, aber fairer Fakt: Automatisierte Tests finden nur einen Teil der Barrierefreiheitsprobleme – in einer Untersuchung werden rund 57 Prozent genannt. Deque Wenn du also nur auf Scanner und Widgets setzt, bleibt fast die Hälfte der Probleme unsichtbar.


Der vierte Mythos: „Das ist Aufgabe der Entwickler:innen.“ In Wahrheit scheitert Accessibility häufig schon im Content (unklare Sprache, fehlende Bildbeschreibungen) oder im Design (Fokus nicht vorgesehen, Kontrast nicht geprüft). Barrierefreiheit ist Teamarbeit – und genau deshalb braucht sie einen Prozess.


Wir nutzen dafür eine einfache interne Regel, die Diskussionen schnell entemotionalisiert: „Wer die Barriere baut, hilft auch beim Abbau.“ Wenn ein Button ohne Label entsteht, liegt das nicht nur am Code. Wenn ein Text unverständlich ist, liegt das nicht nur am Layout. Das klingt streng, führt aber zu etwas Gutem: Verantwortung verteilt sich – und das Thema wird leichter.


Und wenn du gerade denkst „Das ist viel“: Ja. Aber es ist nicht chaotisch. Es ist strukturiert. Und es ist lernbar.

Audit statt Raten

Du willst Prioritäten, statt alles auf einmal?

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So bauen wir Accessibility in Projekte ein

Bei Pola behandeln wir Barrierefreiheit wie Performance oder Sicherheit: nicht als Prüfpunkt am Ende, sondern als Teil der Produktreife.


Damit das nicht nach „mehr Aufwand“ klingt, arbeiten wir mit einer praxiserprobten Methode, die besonders in kleinen und mittleren Teams funktioniert: A11y in drei Schleifen: Erkennen, Entwerfen, Belegen.


Erkennen heißt: Wir starten mit einem Audit, das nicht nur Tools ausführt, sondern Nutzerflüsse abläuft. „Kannst du Kontakt aufnehmen? Kannst du kaufen? Kannst du lesen?“ Wir testen mit Tastatur, Zoom, Screenreader-Quickchecks und achten auf Muster.


Entwerfen heißt: Wir übersetzen Findings in ein Design- und Content-System. Nicht jede Seite bekommt ein eigenes Pflaster. Wir korrigieren Bauteile: Buttons, Formulare, Navigation, Typografie, Fehlermeldungen. Das zahlt sich später aus, weil du nicht an 30 Stellen dasselbe Problem hast.


Belegen heißt: Wir erzeugen Nachweise und Routine. Accessibility wird sichtbar im Projekt: als Akzeptanzkriterien in Tickets, als QA-Schritt, als Dokumentation im Designsystem.


Was dabei immer wieder hilft, ist eine klare Rollenlogik. Design sorgt dafür, dass Fokus, Kontrast, States und Hierarchie nicht „vergessen“ werden. Development sorgt für semantisches HTML und robuste Komponenten. Content sorgt für Klarheit, Alt-Texte, sinnvolle Linktexte.


Wenn du das Thema gerade erst angehst, wirkt dieser Prozess vielleicht groß. Unser Learning: Er wird erst groß, wenn du ihn aufschiebst.


Und noch etwas, das selten ausgesprochen wird: Barrierefreiheit ist auch Beziehungspflege. Sobald du mit echten Nutzer:innen testest oder nur einen Screenreader wirklich benutzt, verändert sich dein Blick. Aus „Kriterien“ wird „Erlebnis“.


Genau da entsteht die Haltung, die wir bei Purpose-Marken so oft sehen: nicht „Wie kommen wir durch den Test?“, sondern „Wie machen wir es fair?“


Wenn du willst, gehen wir diesen Weg mit dir – transparent, Schritt für Schritt, ohne falsche Versprechen.

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Quick Check für deine Website

Wenn du nach diesem Artikel nur eine Sache mitnehmen willst, dann diese: Du musst nicht sofort alles lösen. Du musst die größten Barrieren zuerst sichtbar machen.


Hier ist unser kurzer Quick-Check, den wir auch intern nutzen, wenn wir eine Seite zum ersten Mal sehen. Er ist bewusst pragmatisch – nicht vollständig WCAG, aber ehrlich genug, um dir eine Richtung zu geben.


1) Tastatur-Check: Öffne deine Seite und navigiere 2 Minuten nur mit Tab, Shift+Tab und Enter. Kommst du überall hin? Siehst du immer klar, wo du bist?


2) Kontrast-Check: Prüfe zentrale Texte und Buttons mit einem Kontrast-Tool wie dem WebAIM Contrast Checker. Sind die wichtigsten Elemente gut lesbar?


3) Formular-Check: Gibt es Labels, klare Fehlermeldungen und verständliche Hinweise? Oder musst du raten, was falsch ist?


4) Medien-Check: Gibt es Videos ohne Untertitel oder Informationen, die nur im Bild stecken? Dann verlieren Menschen den Inhalt.


Wenn du bei zwei oder mehr Punkten hängen bleibst, ist das kein Urteil – es ist ein Startpunkt.


Was wir dann in der Praxis tun: Wir übersetzen diese Beobachtungen in Prioritäten. Ein Checkout-Flow ist wichtiger als ein „cool“ animierter Slider. Eine Terminbuchung ist wichtiger als eine perfekt polierte About-Seite.


Und noch ein Gedanke, den wir gern teilen, weil er Teams entlastet: Barrierefreiheit ist selten „alles oder nichts“. Sie ist oft eine Folge von 20 kleinen Entscheidungen, die in Summe entweder Türen öffnen oder schließen.


Wenn du heute mit Tastatur und Kontrast anfängst, machst du schon mehr als die meisten. Und du baust eine Basis, auf der du weiterarbeiten kannst – ohne später alles neu anfassen zu müssen.

Testing und Tools ohne Selbsttäuschung

Tools sind großartig – solange du sie als Taschenlampe nutzt, nicht als Richter.


Für den Einstieg empfehlen wir gern eine kleine Tool-Kombination, die du in 30 Minuten nutzen kannst:

  • WAVE für einen schnellen visuellen Scan
  • Lighthouse in Chrome für Basis-Scores und Hinweise
  • axe DevTools für gründlichere technische Findings

Aber: Automatisierte Tests sind begrenzt. In einer Studie wird beschrieben, dass automatisches Testing im Schnitt etwa 57 Prozent der Probleme erkennt. Deque


Die restlichen 43 Prozent sind oft die entscheidenden: Ist der Alternativtext sinnvoll? Ist die Reihenfolge logisch? Versteht man die Fehlermeldung? Das kann keine Maschine zuverlässig bewerten.


Deshalb gehört bei uns immer ein manueller Teil dazu. Und der ist weniger mystisch, als es klingt.


Wir starten meist mit einem Screenreader-Realitätscheck: Auf macOS/iOS mit VoiceOver, auf Windows mit NVDA. Du musst kein Profi sein. Es reicht, wenn du einmal hörst, wie deine Seite „klingt“. Plötzlich merkst du, wo Struktur fehlt – und wo du Dinge nur „siehst“, aber nicht „ausdrückst“.


Dann testen wir die kritischen Flows: Kontakt, Checkout, Anmeldung. Und wir prüfen Fokus-Management bei Modals oder Menüs. Viele Probleme liegen genau dort.


Wichtig ist uns außerdem, dass Accessibility nicht als Endtest existiert, sondern als Routine. Ein kleines Beispiel: Wenn du Komponenten wiederverwendest, kannst du Accessibility in der Komponente lösen – und sie ist überall besser.


Wenn du bereits ein Designsystem hast, ist das ein Geschenk. Wenn du keins hast, ist Accessibility ein guter Anlass, eins zu bauen.


Und wenn du dich fragst, ob du dafür externe Hilfe brauchst: Das hängt weniger von „können wir das?“ ab, sondern von „wollen wir es als Prozess etablieren?“. Wenn ja, lohnt sich ein Audit plus Enablement fast immer – weil es dein Team langfristig schneller macht.

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Was bis 2030 wahrscheinlich Standard wird

Wenn du 2025 als Zielmarke siehst, denkst du zu kurz – auch wenn das Gesetz gerade so wirkt.


Wir erwarten, dass Barrierefreiheit in den nächsten Jahren drei große Bewegungen erlebt.


Erstens: Standards entwickeln sich weiter. WCAG 2.2 bringt neue Kriterien, und WCAG 3.0 ist in Arbeit. Das bedeutet: Wer heute nur punktuell „fixt“, wird morgen wieder nacharbeiten. Wer heute Prozess und System baut, ist deutlich entspannter.


Zweitens: Demografie macht Accessibility zum Mainstream. Mit einer älter werdenden Bevölkerung steigen Seh-, Hör- und motorische Einschränkungen. Das ist kein spezielles Zukunftsszenario, das ist ein realistischer Trend, der die Nutzerbasis verändert.


Drittens: Technologie hilft – aber ersetzt nicht. KI kann inzwischen Untertitel erzeugen, Bilder beschreiben oder Inhalte vereinfachen. Gleichzeitig gilt: Die entscheidende Qualität entsteht im Zusammenspiel von Struktur, Sprache und Interaktion.


Wir erleben gerade schon, dass große Unternehmen von Partnern und Lieferanten zunehmend Accessibility verlangen. In einer Statistik wird beschrieben, dass 89 Prozent der Unternehmen WCAG-Konformität von Vendoren erwarten. allaccessible.org


Das ist ein leiser, aber mächtiger Druck: Nicht nur Gesetzgeber, auch Märkte fordern Inklusion.


Unser Blick darauf ist hoffnungsvoll: Wenn Accessibility Standard wird, entstehen bessere Produkte. Nicht perfekter, aber menschlicher. Weniger Reibung, mehr Klarheit.


Und für Purpose-Marken ist es noch mehr: eine glaubwürdige Übersetzung von Werten in Interface-Entscheidungen.


Wenn du 2030 nicht „nachziehen“ willst, sondern „mitgestalten“, ist jetzt ein guter Moment, die Basis zu legen: Designsysteme, Content-Routinen, QA-Prozesse, Verantwortung im Team.


Dann ist Accessibility nicht mehr das Projekt, das man irgendwann „auch noch“ macht.


Dann ist es einfach: digitale Qualität.

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Antworten auf die wichtigsten Fragen

FAQ zu Accessibility, WCAG, BFSG, Aufwand

Ab wann ist Barrierefreiheit für Websites verpflichtend?

Was ist der Unterschied zwischen WCAG, BITV und BFSG?

Reicht ein Accessibility-Overlay oder Plugin aus?

Wie teuer ist es, eine Website barrierefrei zu machen?

Welche WCAG-Stufe sollte ich anpeilen?

Wie weise ich Barrierefreiheit nach, ohne mich zu übernehmen?

Welche Tools eignen sich für einen schnellen Start?

Ein SVG-Icon, das einen stilisierten Pfeil darstellt, der nach rechts zeigt. Es besteht aus zwei Linien: eine geschwungene Linie von unten links nach oben rechts und eine gerade Linie, die vom unteren Punkt der Kurve nach rechts führt. Der Pfeil hat abgerundete Kanten und ist in einem dunklen Blau gezeichnet.
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